Vancouver
Als wir bei der Watergate Station aus dem Skytrain ausstiegen, waren wir recht erleichtert, dass das Cambie Hostel gleich um die Ecke war. Das Viererzimmer war entgegen unserer Erwartungen gross und die Betten waren ungewohnt breit. Die Überfahrt von Victoria hat ums eim bisschen mitgenommen, so dass wir uns nach der Dusche gleich ein wenig hinlegen mussten.
Matilda hatte aber noch Pläne für den Abend. Gilles, ein langjähriger Freund und Nachbar, war zufälligerweise zur gleichen Zeit in Vancouver, aber nur noch für die Nacht. Er verbrachte einige Wochen dort, um sein Englisch aufzubessern und war mit einem gemeinsamen Freund auf dem Sprung nach Norden. Sie blieben extra für Matilda noch eine Nacht länger, also gabs kein Frühzubettgehen. Dank ihrem mieserablen Orientierungssinn gabs auch noch einen Nachtspaziergang in die falsche Richtung, bis sie endlich die anvisierte Bar fand. Trotz Müdigkeit amüsierte sie sich, bis die Bar um ein Uhr schloss. Mit der Begleitung von zwei starken Männern fand sie dann auch den Heimweg fast ohne Umweg.
Als wir das erste Mal in unser Heim für eine Woche kamen, mussten wir feststellen, dass unsere Mitbewohnerin eine Deutsche war. Wir fanden dann schnell heraus, dass sie gerne lange schlief. Das heisst mindestens bis ein Uhr Mittags, was unser Tagbeginn ein bisschen erschwerte, da wir all unser Kram im Dunkeln zusammemsuchen mussten.
Wie es sich gehört, wenn man in einer neuen Stadt ist, liefen wir an unserem ersten Tag planlos durch die Strassen Vancouvers. Wir waren erstaunt, wie klein das Zentrum ist und , dass wir problemlos zu Fuss inspizieren konnten. Natürlich hatte sich Tabea viel besser vorbereitet und konnte einen Vancouver Guide vom Hostel ausleihen. Also sassen wir in der schönen kanadischen Sonne und Matilda hörte sich an, was Vancouver alles zu bieten hat. Tabea rezitierte, was sie im Guide vor sich las. Zum Beispiel, dass Vancouver auch City of Glass genannt wird, da die Stadt so jung ist und die Gebäude kaum älter als einige Jahrzehnte sind. Zu unserer Freude stand im Guide auch, dass Vancouver eine kulinarische Metropole ist. Berühmt für die vielen Essensstände, fiel es uns schwerunser Zmittag zu wählen.
Matilda freute es meisten, dass es an jeder Ecke preisgünstiges Sushi gab. Aber auch Matilda hatte sich vor dem Beginn ihrer Reise ein bisschen schlau gemacht. Eine Freundin hatte nämlich eine ähnliche Reise das Jahr zuvor gemacht und konnte einige Tipps geben. Einer dieser Tipps war "Samurai Sushi". Also erkundigten wir die Stadt den ganzen Tag und waren dementsprechend hungrig am Abend. Natürlich konnte Matilda an nichts anderes als Sushi denken und so musste Tabea sie zum gepriesenem Samurai Sushi führen. Dieser lag mehr oder weniger am anderen Ende der Stadt. Dank unserem Hunger und Tabeas gutem Orientierungssinn und Kartelesenskünsten waren wir im nullkommanichts im Westend-Quartier und hatten Massen von Sushi vor uns.
Wir überschätzten uns ein wenig und mussten fast die Hälfte des bestellten Sushi mit uns zurück in Hostel nehmen. Wohlgesättigt und mit schmerzenden Füssen, gingen wir früh ins Bett. Leider konnten die grossen Betten den Lärm, der von der Bar unter uns nach oben drang, nicht wett machen.
Nach einer nicht ganz ausgeschlafenen Nacht standen wir am Donnerstagmorgen auf. Ausnahmsweise hatten wir Pläne für diesen Tag. Ein Freund aus Kindestagen von Tabea studiert nämlich an der University of British Columbia (UBC). Wir trafen Manuel an der Watergate Station und liessen uns von einem Beinahexperten durch Vancouver führen. Wir sahen den chinesischen Garten und das Science World. Natürlich durfte das Bier nicht fehlen und so gingen wir in eine Bar und tranken feines kanadisches Bier.
Am Freitag nahmen wir einen Bus und fuhren raus nach Granville Island. Tabea hatte über einen Markt gelesen, der dort stationiert ist. Also verbrachten wir unsere Zeit damit, durch viele Gänge zu spazieren und Essen zu inspizieren. Am Granville Market gibt es alles, was das Herz begehrt. Als Matilda Rollmöpse sah, musste sie natürlich zugreifen. Nach dem Markt setzten wir uns noch einige Minuten vor einen begabten Strassenmuskier, zu dessen Musik zwei kaum fünfjährige Madchen wie in Trance tanzten.
Erschöpft vom Markt gingen wir zurück ins Hostel und entspamnten ins ein wenig. Am Abend konnten wir uns nicht aufraffen zu weit weg Abendessen beschaffen gehen, also blieben wir in unserem Quartier, Gastown. Für unser Verhältnis eher spät gingen wir aus und fanden ein süsser kleines Restaurant mit europäischem Flair. Obwohl wir beide müde waren, tranken wir noch ein Bier
an der Bar im Cambie, da es ja Freitagabend war. Doch zu viel wollten wir auch nicht unternehmen, denn wir hatten Pläne für Samstag. Stanley Park.
Am Samstagnachmittag spazierten wir bis an die Grenze des Parks und mieteten Velos. Eines der Probleme wenn man in einer kanadischen oder amerikanischen Stadt ist, ist, dass es fast keine grossen Supermärkte hat und die kleinen sind meist teuer und haben keine grosse Auswahl. Natürlich hatte sich Tabea schlaugemacht und wusste, dass es gleich beim Stanley Park einen grossen Safeways hat. Also kauften wir uns ein feines Picknick und fuhren los. Wir hatten Citzcruiser bikes, was soviel heisst, wie ein velo mit sieben Gängen. Der Herr, der uns die Velos aushändigte, stellte sogar sicher, dass Tabeas Velo genau die gleiche Farbe hat wie ihr knalloranger Jupe. Obwohl wir nicht die besten Radfahrer sind, fanden wir schnell heraus, dass wir um einiges sicherer im Sattel sitzen als andere Leute. Wir mussten auch feststellen, dass eine Fahrt um den StanleyPark herum, nicht die beste Idee ist an einem sonnigen Samstagnachmittag. Die Rundfahrt war aber extrem schön und wir wussten, dass es die richtige Entscheidung war, obwohl wir wussten, dass unsere Beine am nächsten Tag reklamieren würden.
So fuhren wir einmal um den Park und damn noch weiter nach Süden bis zum Sunset Beach. Dort fanden wir ein lauschiges Plätzchen zum picknicken. Zurück fuhren wir quer durch den Park. Erschöpft aber glücklich brachten wir die Velos zurück und schleppten uns zum Hostel.
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